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Brennseehof / Alte Post

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Feld am See, Nockberge, Österreich

KATEGORIE: 4 Sterne superior

SPARTE: HotelsBest

Römische Badekultur

Immer sauber bleiben

Beispiel eines Römerbades

Sie glauben, Tepidarium, Caldarium oder Frigidarium seien Erfindungen der Wellness-Neuzeit? Mitnichten. Im Spa-Bereich erholten sich schon die alten Römer, schließlich wusste keiner besser als sie, was sich hinter Sanus per aqua verbarg.

»Die spinnen, die Römer« — mag so mancher keltische Zeitgenosse in Übereinstimmung mit den Bewohnern eines kleinen gallischen Dorfes gedacht haben. Diese Römer badeten nicht nur, um den Schmutz der staubigen Straßen abzuwaschen, sie badeten zum Vergnügen, zum Spaß, zur Unterhaltung, zur Erholung.
Und die neuen Herren im alpenländischen Imperium Romanum mögen die unterworfenen Völker ob ihrer Ignoranz bedauert und Stolz empfunden haben, diesen Barbaren nicht nur eine Vielzahl technischer und kultureller Errungenschaften der mediterranen Welt, sondern auch ein hoch entwickeltes Badewesen zu bringen.

Jedem Römer sein Bad

Das Bad mit allem Zubehör war nicht nur dem vornehmen und reichen Römer unentbehrlich, auch die römischen Legionäre verzichteten nicht darauf. Darum waren die Heerstraßen der Römer von Bädern gesäumt. Das wenigste war eine gut funktionierende Wasserleitung, lieber aber legten sie gleich ein komplettes Badehaus an.

Im typischen Badeablauf erfolgte der Wechsel von Warm- und Kaltbädern ähnlich einem Saunagang. In den antiken Thermengebäuden betraten die Besucher zunächst das Apodyterium, den Umkleideraum. Gebadet wurde zwar nackt, aber der Badegast legte seine Kleidung in offene Nischen, zog seine Holzpantinen an, nahm seine Badeutensilien und sein Leinenhandtuch.

Anschließend ging man in das Tepidarium mit Bänken und Wasserbecken, wo zur Akklimatisierung eine Temperatur von etwa 25° C herrschte. Hier konnte man sich von Dienern mit Salböl massieren lassen, das danach zusammen mit Schmutz und Schweiß mit einem Schaber von der Haut abgestreift wurde. In kleineren Bädern machten das die Besucher selbst.

Holzschuhe gegen heiße Füße

Beispiel eines Römerbades
Beispiel eines Römerbades
1 Praefurnium
2 Caldarium m. Labrum
3 Tepidarium
4 Frigidarium
5 Apodyterium
6 Sudatorium

Im darauf folgenden Caldarium lag die Raumtemperatur bei rund 50° C und die Luftfeuchtigkeit bei fast 100 %. Ohne die hölzernen Pantinen hätte die Fußbodentemperatur von rund 55° C zu Verbrennungen geführt. In diesem Raum gab es eine massiv gemauerte Heißwasserwanne, Alveus genannt, und auf einem gemauerten Sockel ein Handwaschbecken (Labrum).

Weitere, meist runde Räume mit hoher Temperatur waren das Sudatorium, ein Dampfschwitzbad mit 50 bis 60° C, und das Laconicum mit 70 bis 80° C, da zusätzlich zur Fußbodenheizung noch ein Kohlebecken im Raum stand. Besonders Soldaten, die schwere körperliche Strapazen aushalten mussten und sich abhärten wollten, suchten diese auf.

Ultramodern: die Wandheizung

Im Kaltbad, dem Frigidarium, endete das Bad. Die Badegäste konnten sich hier in einem Becken oder in Wannen mit kaltem Wasser abkühlen.

Eine technische Voraussetzung der römischen Bäder war die Unterboden- und Wandheizung (Hypokaustum). Sie bestand aus einem Hohlraum unter den warmen Baderäumen. Von einem vorgebauten Heizraum (Praefurnium) wurde der heiße Rauch in den hohlen Boden und durch die kaminartigen Kanäle in die Wände geleitet und erwärmte die Räume: zuerst das Caldarium, dann etwas abgekühlt das Tepidarium.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging leider für lange Zeit auch die Badekultur verloren. Aber wie heißt es so schön: Was gut ist, kommt wieder. Und im Zeichen der Emanzipation sogar noch besser — die Räumlichkeiten für römische Frauen waren nämlich deutlich kleiner als die der Männer und dafür durften die Frauen dann auch noch einen höheren Eintrittspreis bezahlen. Das hat sich, zumindest was die Größe des Spa- und Schönheits- Bereiches angeht, ja nun grundlegend geändert.

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